Templer News

Sr Brigitt und Br Matthias

Neue Ethik der Tempelritter

on 6. Juni 2015

Die Neue Ethik der Templer
auf der Basis der Tiefenpsychologie

Die Tempelritter haben während und nach den Kreuzzügen im Heiligen Land Erfahrungen gesammelt aus unterschiedlichen Kulturkreisen und in unterschiedlichen Religionen und Weltanschauungen. Aus der erfahrenen Mystik des Templer Ordens ist eine Templer-Philosophie entstanden, die rational begründbar ist. Die Befassung mit den 13. Templer Geheimnissen ist eine lohnende Sache. Erst nach einer mehrjährigen Erarbeitung dieser Geheimnisse, gehen die Erkenntnisse daraus in das unbewusste Handeln unserer Ordensbrüder und Ordensschwestern über. Durch die Organisation als Orden der Tempelritter wird dem einzelnen Bruder und Schwester eine Gemeinschaft von Gleichgesinnten geboten, in welchem sie sich mir ihren mystischen Erfahrungen entwickeln können und die gewonnenen Erkenntnisse teilen.

 

Die neue Ethik der Tempelritter

1. Einstieg
Dauerkonflikt im Nahen Osten mit hohem Blutzoll, Terror in den USA, Genozid in Bosnien und im Kosovo, Holocaust im 2. Weltkrieg, wer sich mit Ethik beschäftigt, fragt sich, woran liegt es, dass die Menschheit, dass der einzelne trotz einer langen kulturellen Tradition sich letztlich nicht zu bessern scheint – bzw. nicht bessert, und das trotz 2000 Jahre Christentum.

Thomas Hobbes sprach im 16./17.Jhdt vom homo homini lupus: Der Mensch ist des Menschen Wolf. Selbst das Christentum, das sich ja der Liebe verschrieben hat, verfehlte diese Liebe im Hexenwahn, in der Inquisition, in der gewaltsamen Christianisierung in Südamerika und vielen anderen Punkten.

Man muss sich die Frage stellen: Warum ist das so?

Während man im Osten schon immer eine Antwort auf diese Frage hatte, hat im Westen erst die Tiefenpsychologie C. G. Jungs das Thema wieder aufbereitet.

2. Die alte Ethik
Die moderne Tiefenpsychologie stellt fest, es gibt auch in heutiger Zeit immer wieder Ausbrüche des Bösen, d.h. des Destruktiven, des Lebensvernichtenden.

Die alte jüdisch-christliche Ethik (einschließlich der daraus abgeleiteten Vernunftethik) hat sich als ungeeignet erwiesen, die zerstörerischen Kräfte im Menschen zu bändigen.

Was charakterisiert die alte Ethik?

Die alte Ethik spaltet in Gut und Böse.

Das Gute entsteht, indem man das Unvollkommene negiert. In der alten Ethik wird Negatives verteufelt.

Da jeder Negatives bei sich feststellt, es jedoch gesellschaftlich nicht anerkannt ist, wird es unterdrückt und verdrängt. Fast in jeder Psychotherapie geht es um die Wiederbewusstmachung dieser Verdrängungen.

Was ist nun die Folge dieser Verdrängung?
Die Tendenz der Psyche ist, wie die Tiefenpsychologie festgestellt hat, die Kompensation, d.h. die Teile, die im Bewusstsein nicht integriert sind, nicht angenommen sind, die also verdrängt werden, diese Teile tauchen im Unterbewusstsein verstärkt auf und drängen mit Gewalt ans Licht, was dann zum Ausleben des Verdrängten führt.

Das ist schließlich auch der Grund dafür, dass das Christentum eine der intolerantesten Religionen wurde.

Das Verdrängte wird also der Kontrolle des Bewusstseins entzogen.

Und der Verdrängende wird zur scheinbar positiven Person.

Diese positive Person ist aber eine Fassade, es ist nur die Selbstdarstellung nach außen.

Das Verdrängte ist das Negative, die selbst empfundene Unvollkommenheit. Jung nennt dies den Schatten. Um den Umfang des Schattens anzudeuten, soll er hier mathematisch definiert werden, nämlich er ist das Ganze (des Bewusstseins) minus dem, womit sich der einzelne identifiziert, wozu er Ja sagt.
Diesem Schatten steht also der akzeptierte Teil, das, was wir an uns gut finden, gegenüber.

Die in der alten Ethik vorgenommene Unterscheidung in Gut und Böse wird im einzelnen Menschen durchgesetzt durch das Gewissen, in der Gesellschaft durch die Androhung von Strafe.

Es gibt zwei Arten, wie man auf das Gewissen als Richter reagieren kann:
indem man sich mit seinen guten, d.h. akzeptierten Seiten identifiziert, kann dies zur Selbstüberschätzung führen: „GottseiDank bin ich nicht so wie diese. Ich bin der Größte, der Beste“.
indem man sich mit seinen schlechten, d.h. nicht akzeptierten Eigenschaften identifi ziert, kann dies zu Minderwertigkeitsgefühlen, zu einem Schuldbewusstsein führen. „Ich bin der letzte Dreck“.

Die Folge beider Reaktionsweisen wird als Schattenprojektion oder als Sündenbock-Psychologie bezeichnet. D.h. der Verdrängende entwickelt Feindbilder. Er projiziert das eigene verdrängte Böse, seinen Schatten, auf andere. Der andere (Andersartige, Fremde) wird nun mit bestem Gewissen bekämpft, er verkörpert ja nun das unbewusste eigene Böse, den eigenen Schatten. An dieser Stelle siedelt sich Ausländerfeindlichkeit, rassistisches Denken, Ablehnung alles nicht ins eigene Konzept Passende an, ob das Behinderte, Obdachlose o.a. sind.

3. Die Neue Ethik
bedeutet zunächst eine Desillusionierung: Ich habe auch „Böses“ in mir: Gewalt, Hass, sexuelle Begierden. Für die neue Ethik ist die ganze Person Basis ethischen Verhaltens, nicht nur die bessere Hälfte der Person. Durch die Annahme des Schattens in mir kann dann Toleranz entstehen, durch die Annahme des Schattens endet der Ausrottungskampf gegen das Böse im Nächsten, kann ein selbst verantwortetes Leben geführt werden. Das Ergebnis des Sich in die Augenschauens ist Toleranz. Wenn ich meine Fehler bei mir angenommen habe, nehme ich sie auch beim anderen viel leichter an.

Es geht also nicht mehr darum, dass der Mensch gut sei, sondern dass er seelisch gesund sei, dass er ganz ist. Dazu muss eine Integration unterschiedlichster seelischer Aspekte geleistet werden: Denn im Ich-Bewusstsein existieren neben- und miteinander primitive und vormenschliche, triebhafte und geistige, destruktive und konstruktive Aspekte.

Somit wird nicht mehr das Ich das Zentrum der Ethik, sondern das Selbst. Das Selbst wird hier definiert als das Ganze des Bewusstseins. Das Ich ist nur das Bewusstsein mit dem Inhalt, den wir kennen und bewusst als zu uns gehörig akzeptiert haben, als Teil von uns, es ist also nur ein kleiner Teil des Bewusstseins, das, was wie beim Eisberg aus dem Wasser schaut. Und das ist nur ca. ein Neuntel.

Das Selbst ist die Einheit aus dem individuellen Bewusstsein und dem Unbewussten.

Wir müssen also auf die Verdrängung des Bösen verzichten, d.h. wir müssen für das Böse in uns, für den Schatten, die Verantwortung übernehmen.

Erst die Integration des Schattens, die Überwindung dieser seelischen Spaltung ermöglicht Toleranz, beendet den Ausrottungskampf gegen das Böse – im anderen – und ermöglicht ein ehrliches Leben.

Das Hauptziel dieser Neuen Ethik ist nicht mehr, dass der Mensch „gut“ sei, sondern, dass er versucht, alle Seiten als in sich vorhanden anzuerkennen, die triebhaften neben den geistigen, die destruktiven neben den konstruktiven, die primitiven neben den differenzierten usw.
und die Verantwortung dafür zu übernehmen: „Das bin auch ich“.
Man kann dann darauf verzichten, eine Rolle zu spielen, anderen etwas vorzumachen. Denn man akzeptiert ja bei sich, dass nicht alles vollkommen ist.

Damit erhalten die Begriffe „gut“ und „böse“ eine ganz andere Bedeutung, sie sind nicht mehr moralisch wertend gemeint, sondern bedeuten, dieser Weg führt hin zum Ziel, jener Weg führt weg vom Ziel.

Das Ziel ist die Annahme der ganzen Person.
„Gut“ ist also alles, was zur Einheit führt, – wenn ich also zu mir als Ganzes stehe. Nicht gut ist, was zur Spaltung führt, nicht gut ist also, wenn ich das sog „Böse“ in mir verdränge (Inflation).

Das Ziel der sog. Neuen Ethik ist also die Einheit aus individuellem Bewusstsein und dem Unbewusstem.

Konkret heißt das, ich muss zuerst all das, was in mir ist, genau anschauen, und dann muss ich es integrieren; Dass das nicht leicht ist, sieht man am Bild des schwimmenden Eisberges: 1/9 ragt nur aus dem Wasser. Im Glaubensbekenntnis der kath. Kirche heißt es „hinabgefahren zur Hölle“. Man muss also zuerst hinunter schauen, das Grauen anschauen, das auch in einem steckt, dann erst geht es hinauf in den Himmel, „hinaufgefahren in den Himmel“.

Was ist nun konkret noch in mir zu integrieren, woran kann ich erkennen, was mein Schatten ist?

Hier hilft ein Satz sehr genau: „Immer das, was mich am anderen stört, das bin ich selbst und das habe ich noch zu integrieren.“

Nur auf diesem Weg kann erreicht werden, was wir uns wünschen, nämlich den Frieden, weil wir nämlich dann den Frieden mit uns selber geschlossen haben.

Wenn ich zu allem Ja sagen kann bzw. wenn ich versuche, zu allem Ja zu sagen, weil ich es ja bin, wenn ich also nichts mehr verdränge, also nichts mehr in andere hinein projizieren muss, dann habe ich Frieden geschlossen, dann bin ich im Himmel, in der besten aller Welten.


4. Folgerungen:

Es gibt also eigentlich keine materiale Ethik mit Verboten und Geboten mehr, es gibt nur noch die Aufgabe, die eigene Polarität ganz anzunehmen. Man spricht hier auch theologisch von „bedingungsloser Liebe“. Der heilige Augustin drückte das mit dem Satz aus: „Liebe, dann tue, was du willst.“

Wenn ein Mensch sich ganz angenommen hat, – und das Wort „bedingungslos“
kennt, nämlich, dass es keine Ausnahme gibt, – dann ist er heil und wird automatisch
Konflikte auf friedlichem Wege austragen können.

5. Zusammenfassend, was heißt das nun konkret für uns?

A. Übertrage nicht deine unbearbeiteten Schattenprobleme auf deine Mitmenschen. bzw. sei dir bewusst, alles, was du an anderen kritisierst, ist dein Schatten.
Im Osten gibt es dazu den Ausspruch „Tat twam asi“ „das bist du selbst“, oder „das bist auch du“.
Die Umwelt ist immer nichts anderes als unser Spiegel.

B. Löse dich von deinem Ich-Ideal, dem Ideal des perfekten allseits beliebten
Fachmannes, Liebhabers, Lehrers, Schülers … „Du bist einmalig, aber
nichts Besonderes.“

C. Übernimm die Verantwortung für dein Leben und deine Lebensumstände und schiebe niemals mehr anderen die Schuld zu.

Wenn du nach der neuen Ethik lebst, erlebst du auch im Äußeren eine friedlichere, tolerantere Welt = Umwelt ist unser Spiegel..

D. Wie gehe ich mit den Aggressionen meiner Mitmenschen um?

Da das Selbst zu lieben, es anzunehmen, eine dauernde Herausforderung bzw. Aufgabe ist, weil wir noch lange nicht alles lieben, bedeuten äußere problematische, d.h. störende Dinge bzw. aggressive Situationen immer nur einen Hinweis, liebe noch mehr, gerade das.

Wenn es Dao gibt, wenn es Gott gibt, dann bedeutet der Begriff „Gott“, alles hat einen Sinn. Und „alles“ kennt wiederum keine Ausnahme. Nur weil ich den Sinn von etwas nicht verstehe, es deswegen entsprechend abzuwerten, ist unangemessen.

Wenn es Gott gibt, dann hat alles einen Sinn. Das bedeutet aber, ich muss aufhören zu werten. Denn alles hat seine Berechtigung (vgl. + und -, Ausatmen und Einatmen). Es geht also nur darum, alles anzuerkennen. Alles anzuerkennen, bedeutet aber letztlich, alles zu lieben.

Wenn wir alle Götter sind (außerhalb von Gott kann es nichts geben, sonst wäre Gott nicht Gott), dann ist das, was wir sehen, immer auch meine mir selbst gestellte Aufgabe. D.h. alles, was mich in der Außenwelt stört, bedeutet für mich; mit diesem (in mir) muss ich mich noch auseinandersetzen!“ Dieses Problem, diese „Herausforderung“ ist dazu da, dass ich mich auch noch dieser Sache zuwende, um es zu integrieren.

Wenn Sie solche Erkenntnisse der Tempelritter und weitere Geheimnisse näher interessieren, stehen wir vom Templer-Orden bereit.
Gerne können Sie mit uns Kontakt aufnehmen.

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