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Der Templer-Orden und die Einweihungs-Nacht

on 24. Dezember 2017

Der Templer-Orden und die Einweihungs-Nacht

Die Geburt Jesus wurde im Jahre 337 durch Pabst Julius auf dem 25. Dezember festgelegt. Vor diesem Termin gab es als Geburtstag 132 verschiedene Daten.
Im Jahre 390 nach Christus schreibt Chrysostomus über diesen Vorgang: „Auf diesen Tag – gemeint ist der 25. Dezember – auf diesen Tag wurde kürzlich in Rom die Geburt Christi festgelegt, damit die Christen ihre Feiern ungestört abhalten können, während die Heiden mit ihren Zeremonien beschäftigt waren.“

Gemeint mit diesen Zeremonien der Heiden ist Promalia, die Geburt der unbesiegten Sonne.

Das heutige Weihnachtsfest hat daher wenig mit der historischen Geschehen und der Geburt von Jesus zu tun.

Die Weih-Nacht ist vielmehr zu verstehen, als die Nacht in welcher das Licht neu geboren wird und zwar als Lichtpunkt in der dunkelsten Nacht des Jahres. Dieser Punkt im Jahresverlauf wird schon immer und von vielen Religionen als Weihenacht , als Einweihungs-Nacht gefeiert.

Wenn wir Weihnachten feiern, dann steht die Sonne auf jenem Punkt der Wintersonnenwende, an jenem Punkt, wo die Nächte am längsten und die Tage am kürzesten geworden sind, jenem Punkt der größten Sonnenferne, die wir im Jahreslauf erreichen. Und in dieser größten äußersten Dunkelheit, in dieser Nacht wird das Licht geboren.

Es wird buchstäblich geboren, denn bis zu diesem Punkt wurde es gejagt, könnte man sagen, immer mehr verschlungen. An diesem Sonnwendpunkt wendet sich aber die Situation. An einem Punkt, wo die Dunkelkräfte schon zu siegen oder schon gesiegt zu haben den Anschein hatten, beginnt nun auf einmal genau in dieser Nacht der Sieg des Lichtes. Denn ab jetzt, ab diesem Punkt beginnen wieder die Lichtkräfte zuzunehmen, werden die Tage länger und die Dunkelkräfte schwinden, die Nächte werden kürzer.

Dieser Punkt im Jahresablauf wurde schon immer als eine Weihenacht gefeiert, als eine Einweihungs-Nacht. (Daher auch das Wort „Weihnachten“).

Der Mystiker Angelus Silesius, schrieb:  „Wäre Christus tausendmal in Bethlehem geboren und nicht in dir, du bliebest doch ewiglich verloren.“

Was könnte Angelus damit gemeint haben?
Ein Mythos entspringt der Metaphysik, also der Grundlage, dass meine Welt der Gegensätze nicht die reale Welt darstellt und ich durch das Erkennen der Unwirklichkeit meines Suchens gewahr werde. Der Mythos ist dabei eine Art der Einweihung die durch tiefere Schichten meines Bewusstseins (wohl meinem Unterbewusstsein) verstanden wird.

Als Mythos verstehen wir alle religiösen Erzählungen beispielsweise von Buddha, oder dem Christentum und Erzählungen von Göttern.

Der Mythos untergliedert sich in drei Teilbereiche:

(1) dem historischen Teil, wie beispielsweise die biographischen Erzählungen über Mose, Buddha, Jesus oder Mohamed – wie auch die Weihnachtsgeschichte;

(2) der mythologischen, physischen Ebene, wie das konkrete Sichtbarmachung des durch Propheten vorgelebte, um mir wieder neu zu zeigen welchen Weg auch ich zu gehen habe. Sie ist für mich die wichtigste, denn sie ist die, die mir am nächsten steht. Denn sie verlegt das Geschehene in meine eigene Psyche;

und (3) der kosmischen Geistebene: Wesentliche Impulse aus der kosmischen Ebene sind, dass das Licht nicht etwa in der Helligkeit zu finden ist, sondern in der Dunkelheit und dort im dunkelsten Punkt. Das wertvollste Geräusch ist nicht im lauten zu finden, sondern in der absoluten Stille.

Meine Schlussfolgerung daraus:
Finde das Wertvollste dort, wo ich als Unbewusster (noch nicht Eingeweihter) am allerwenigsten danach suchen würde.

Ich wünsche allen Schwestern und Brüdern des Templer-Ordens sowie den Interessenten und Beobachtern eine gesegnete Weihnacht in der Sie das Wertvollste in Euch finden werdet.

Bruder Gerald
Ordensmarschall im Templer-Orden

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